Frauen, Jobs und die 'Quiet Revolution'
Lindsey Uniat von der Federal Reserve Bank of San Francisco zeigt in einem Working Paper, dass die "Quiet Revolution" – der Wandel von intermittierender zu kontinuierlicher Erwerbstätigkeit von Frauen – maßgeblich zum Rückgang von Routinejobs in den USA zwischen 1970 und 2000 beitrug. Die Studie beziffert den Beitrag der Quiet Revolution auf 12 bis 22 Prozent des Rückgangs im aggregierten Routine-Beschäftigungsanteil und 8 bis 17 Prozent des Anstiegs im Anteil abstrakter Berufe.
Geschlechterrollen und Arbeitsmarkt-Wandel
Das Papier adressiert eine langjährige Debatte über die Treiber der Jobpolarisierung und den Rückgang von Routineaufgaben, die oft ausschließlich der Automatisierung zugeschrieben werden.
Indem Uniat die "Quiet Revolution" – ein Konzept von Claudia Goldin – als entscheidenden Angebotsfaktor einführt, erweitert sie die Perspektive.
Sie zeigt auf, dass der Wandel in der weiblichen Erwerbsbiografie, weg von intermittierender Arbeit hin zu kontinuierlicher Karriere, die Anreize für Frauen veränderte, in Berufe mit stärkerer Humankapitaldynamik zu wechseln.
Dies liefert eine mikrofundierte Erklärung für geschlechtsspezifische Unterschiede, die bisher oft als "Black Box" von Lohnlücken oder Präferenzen behandelt wurden.
Neue Perspektive auf Jobpolarisierung
Die Studie liefert eine wichtige Ergänzung zur Debatte über den Rückgang von Routinejobs.
Sie zeigt, dass neben der Technologie auch sozioökonomische Veränderungen im weiblichen Arbeitsangebot eine signifikante Rolle spielten, insbesondere bei der Erklärung geschlechtsspezifischer Trends.
Dies ist relevant für das Verständnis langfristiger Arbeitsmarktdynamiken und Produktivitätswachstum, die für Zentralbanken von Interesse sind.