US-Studie: Hausbesitzer nutzen Cash-Out-Refinanzierung selten zur Schuldentilgung
Ökonomen der Philadelphia Fed zeigen: Über die Hälfte der US-Hausbesitzer mit hochverzinslichen Schulden und verfügbarem Eigenkapital verzichtet auf Cash-Out-Refinanzierungen. Selbst eine Abschaffung des Zinsaufschlags für Studentenkredite ändert das Verhalten kaum.
Das Paradox der ungenutzten Liquidität
Hypotheken-Refinanzierungen bieten Hausbesitzern die Möglichkeit, hochverzinsliche Schulden durch die Entnahme von Eigenkapital ('Cash-Out') in einen günstigeren Hypothekenkredit umzuwandeln.
Eine Studie der Federal Reserve Bank of Philadelphia zeigt jedoch, dass über die Hälfte der Kreditnehmer mit hochverzinslichen Darlehen und ausreichend Eigenkapital diese Option nicht nutzen.
Dies geschieht, obwohl sie sich bereits für eine Refinanzierung entschieden haben, was die üblichen Hürden wie Trägheit oder Informationsdefizite minimiert.
Die Forscher untersuchten auch den Effekt eines 'Cash-Out-Aufschlags', einer Zinsprämie auf Cash-Out-Refinanzierungen.
Obwohl dieser Aufschlag eine rationale Erklärung für das Verhalten sein könnte, zeigt die Analyse, dass selbst dessen Wegfall das Verhalten kaum ändert.
Fannie Maes Experiment ohne Effekt
Ein zentrales Experiment der Studie nutzte eine Richtlinienänderung von Fannie Mae aus dem Jahr 2016.
Diese eliminierte den Cash-Out-Aufschlag für Kreditnehmer, die Eigenkapital zur Tilgung von Studentendarlehen verwendeten.
Überraschenderweise hatte das Vorhandensein eines Studentenkredits auch nach dieser Politikänderung keinen signifikanten Einfluss auf die Neigung der Kreditnehmer, Eigenkapital zu entnehmen.
Die Analyse ergab ferner, dass Cash-Out-Refinanzierungen zwar zu einer deutlichen Reduzierung von Kreditkartenschulden führten, jedoch nicht zu einer ähnlichen Tilgung von Autokrediten.
Dies zeigt, dass Kreditnehmer ihre Gesamtverschuldung nicht immer optimal reduzieren.